26.06.2017 - Anti-Drogentag 2017

Der 26. Juni trägt den Namen Anti-Drogentag, offiziell heißt der Tag "Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr."

Anti-Drogentag 2017

Je nach Herangehensweise werden Drogen dabei unterschiedlich klassifiziert. Eine im Alltag häufig anzutreffende Einteilung ist die Unterscheidung von legalen Drogen (z. B. Alkohol, Tabak) und illegalen Drogen (z.B. Kokain, Opium).

Typisch nach der Einnahme von Drogen sind kurzzeitige positive Gefühle. Man fühlt sich beispielsweise wacher, kreativer und mutiger. Andere Drogen lassen den Stress des Tages endlich abklingen oder betäuben die Einsamkeit. Mit mancher Droge gelingt es scheinbar, für eine Weile die eigene Schüchternheit abzustreifen und auf der Feier mal aus sich herauszugehen, ein Stück ein anderer Mensch zu sein.

Wenngleich vorübergehend angenehme Effekte auftreten, kommt es doch bei fast allen Drogen unter dauerhaftem Gebrauch zu Veränderungen im Gehirn.

Je nach Droge können Veränderungen an Rezeptoren auftreten (z. B. eine Verringerung von ACTH-Rezeptoren). Änderungen der Spiegel von Neurotransmittern können beispielsweise aber auch eine dauerhafte Verringerung des umgangssprachlich als Glückshormon bezeichneten Serotonins bedeuten. Aber auch Strukturveränderungen im Gehirn, wie das Absterben von Nervenzellen im Hippocampus, lassen sich nach langjährigem Drogenkonsum mittels bildgebender Verfahren nachweisen.

Neuropsychologische Auswirkungen dieser Veränderungen beginnen im Alltag oft schleichend und werden meist lange Zeit übersehen. Veränderungen in den Rezeptoren können zum Beispiel zu immer mehr Tagen von Mattigkeit und Energielosigkeit führen. Wichtige Aufgaben schiebt man immer häufiger vor sich her.

Änderungen in der Konzentration der Neurotransmitter können dafür sorgen, dass Hobbys und Dinge, mit denen man sich bisher immer gern und mit Eifer beschäftigte, allmählich weniger wichtig werden. Gedanken wie "Früher habe ich noch jeden Tag ... Früher konnte ich es kaum erwarten ... Aber jetzt ... Ich hab schon lang nicht mehr  ..." erinnern gelegentlich noch daran.

Eine typische Folge von dauerhaftem Drogenkonsum ist auch die Verschlechterung von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen.

Man kann nicht mehr so lang bei der Sache bleiben. Man schweift schneller in Gedanken ab. Man verliert schneller die Geduld, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Auch die Teilung der Aufmerksamkeit wird anstrengender. Wer früher bei größeren Feierlichkeiten angeregte Diskussionen am Tisch schätzte, fühlt sich plötzlich überfordert, sobald sich Gespräche vermischen, sitzt immer häufiger nur noch still am Tisch.

Verbesserungen in den Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisleistungen nach Gehirnverletzungen und erworbenen Veränderungen sind ein wichtiger Schwerpunkt in der Neuropsychologie.

Beispielsweise kann ein Konzentrationstraining helfen, wieder länger bei der Sache zu bleiben oder sich besser auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Neben dem reinen kognitiven Training spielt auch immer der richtige Umgang mit Einschränkungen eine große Rolle in der Neuropsychologie. Um beispielsweise aus dem wenig hilfreichen Gedanken "Den Termin kann ich mir bestimmt nicht merken" im Laufe der Zeit ein routiniertes "Das schreibe ich mir sofort in meinen Kalender" zu machen.

Wurde das Gehirn über viele Jahre geschädigt, benötigen Verbesserungen in Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis sehr viel Zeit und Energie. Günstiger ist es daher, es nicht erst so weit kommen zu lassen, sondern rechtzeitig auszusteigen.

Den heutigen Anti-Drogentag zum Anlass zu nehmen, um einen Moment innezuhalten und den eigenen Umgang mit Drogen zu prüfen.

Den heutigen Tag zu nutzen, um statt gewohnheitsmäßig ein Bier zu öffnen, mit einem guten Tee auf die Gedächtnisleistungen von morgen anzustoßen. Um die Zigarette in der Schachtel lassen, statt für weitere Ablagerungen in den Blutgefäßen des Gehirns zu sorgen. Um gegebenenfalls den Hausarzt oder eine Drogenberatungsstelle aufzusuchen und einen ersten Schritt für die Gesundheit und die geistige Fitness von morgen zu machen.

Dieser Beitrag wurde von unserem Diplompsychologen und Neuropsychologen Silvio Berger geschrieben.

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